Sechzehnter Tag

Montag, 29. Juli 2019

Aufgrund der Wettervorhersage für die nächsten Tage, die leider nicht so gut sind, haben wir heute entschieden, noch eine weitere Nacht im Hafen von Mirow zu verbringen. Dies auch deshalb, weil man hier noch einiges unternehmen kann, zum Beispiel einkaufen und in kleinen Lädelis stöbern, im Schlossgarten spazieren und Glace essen im Schlosscafé, Karten schreiben, frankieren und einwerfen ;-), baden im See, lesen, das Schiff putzen, ein Sonnendach installieren, zuschauen, wie  andere Schiffe und deren Kapitäne anlegen oder losfahren. Das Wichtigste beim Losfahren ist es, das Stromkabel abzuhängen. Diese Aufgabe ist der Matrosin oder anderweitigem Personal zu übertragen. Heute wurde ich Zeugin, wie eine Yacht losfuhr und sich ein Stromkabel auf dem Steg immer mehr spannte... Ich konnte dem Kapitän nur doch die Frage stellen, ob es sich bei diesem Stromkabel hier um seines handle und schon spickte das Ende mit den drei Kabeln ins Wasser. Glücklicherweise gab es keinen Kurzschluss an der Stromsäule...Dieser Vorfall zeigt klar, dass diese Crew schlecht organisiert war, bzw. die Verantwortlichkeiten nicht klar definiert worden waren.

Auf unserem Boot ist das ganz anders: Ich bin u.a. Stromchefin, sowie verantwortlich für die Position der "Fender". Für Nicht-Böötler: Ein Fender ist  ein an den Seiten hängender, zylinderförmiger mit Luft gefüllter PVC-Schutz, der das Schiff vor Beschädigungen beim Rangieren oder Anlegen schützt. Die Position dieser Fender ist je nach Standort des Bootes unterschiedlich. Beim Befahren einer Schleuse, sind die Fender an die äusserste Stelle des Bootes zu platzieren (etwas höher), währendem beim Anlegen an einen Steg, diese tiefer liegen müssen. Wichtig ist dabei natürlich, dass diese Fender beim Umhängen nicht runterfallen und wegdriften. Dazu ist der Webeleinstek-Knoten hilfreich. Im Weiteren bin ich für die Ordnung und das Auffinden von jeglichen Gerätschaften, Utensilien u.a. zuständig. Christian ist der Kapitän und der Chefkoch. Alles andere besprechen und entscheiden wir gemeinsam. Dem aufmerksamen Leser/Leserin fällt auf, dass auf der "Renoir" Ordnung und die Verantwortlichkeiten klar geregelt sind ;-). Und deshalb wird bei uns das Stromkabel nicht abgerissen werden!!

Im Schlossgarten von Mirow

Das Wetter war dann heute doch nicht so übel wie erwartet, und so konnten wir diesen Blogeintrag noch unter dem Sternenhimmel (auf dem Dach unseres Bootes) verfassen. Yeah!!!

Sonnenuntergang von unserem Bootsdach aus

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